Verfahren

Verschiedene Anästhesieverfahren

Welche Anästhesiearten werden angewendet?

Wir unterscheiden drei Arten von Anästhesien:

  • Lokalanästhesien,
  • Regionalanästhesien und
  • Allgemeinanästhesien (Vollnarkosen)

Grundsätzlich gilt: Unsere Ärzte wählen das Verfahren, das dem Patienten und dem Eingriff angepasst ist, das also ein optimales Verhältnis von Anästhesiequalität und Sicherheit bietet. Für Operationen an Beinen, Gesäß, bei einigen Bauchoperationen und ganz speziell beim Kaiserschnitt sind Regionalanästhesieverfahren häufig die erste Wahl, andere Eingriffe erfordern zwingend Allgemeinanästhesieverfahren.

Vorab erhalten Sie bereits Informationen über die häufigsten Anästhesieverfahren in unserer Klinik.

Auf der Seite des Bundes Deutscher Anästhesisten erhalten Sie weiterführende Informationen über alle gängigen Anästhesieverfahren.

Die Allgemeinanästhesie (Narkose) schaltet Ihr Bewusstsein und Schmerzempfinden im ganzen Körper aus. Zur Narkose wird meist eine Kombination von Medikamenten eingesetzt. Abhängig vom Einzelfall werden Schlafmittel, Mittel gegen Schmerzen, zur Muskelerschlaffung sowie zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems gegeben. Diese Medikamente werden entweder in die Vene eingespritzt oder der Atemluft beigemischt. Sie schlafen etwa nach einer halben bis einer Minute ein.

Bei längeren Eingriffen wird ein Schlauch (Trachealtubus) in die Luftröhre (Intubation) oder in den Rachen (Kehlkopfmaske) eingeführt, um Ihre Atmung zu sichern.

Die Regionalanästhesie ermöglicht Schmerzfreiheit in einem größeren Abschnitt des Körpers. Sie ist besonders geeignet für Eingriffe, bei denen eine wirksame Schmerzbehandlung nicht nur während, sondern auch nach der Operation gewünscht ist. Auch die Erholung nach großen Operationen kann hierdurch optimiert werden.

Mit der Plexusanästhesie schaltet Ihr Anästhesist nur das Schmerzempfinden in Ihrem Arm oder Ihrer Schulter aus. Das Nervengeflecht, das Schulter bzw. Arm versorgt (Armplexus), wird durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums vorübergehend betäubt. Sie bleiben bei Bewusstsein, verspüren aber keinen Schmerz.

Bei Eingriffen an Hand, Unterarm und Ellenbogen erfolgt die Betäubung in der Achselhöhle (axilläre Plexusanästhesie).
Bei Eingriffen an Oberarm oder Schulter erfolgt die Betäubung oberhalb des Schlüsselbeins (interskalenäre Plexusanästhesie).

Das Bein wird von zwei großen Nerven, dem Femoralis-Nerv und dem Ischias-Nerv, versorgt. Für Operationen im Bereich des Kniegelenks, des Unterschenkels und Fußes besteht die Möglichkeit, nur diese Nerven des betroffenen Beines zu betäuben. Dafür wird unterhalb der Leiste in die Nähe der Nerven ein örtliches Betäubungsmittel eingespritzt. Das Bein ist danach vom Oberschenkel abwärts gefühllos und Operationen können schmerzfrei durchgeführt werden. Für Operationen am Fuß kann die Blockade einzelner Nerven auch in Höhe des Knies oder des Fußgelenks durchgeführt werden.

Die Periduralanästhesie ermöglicht Schmerzfreiheit für alle Eingriffe unterhalb der Schlüsselbeine an Oberkörper, Bauch, Becken, Unterleib und Beinen. Unter örtlicher Betäubung wird zunächst mittels einer Hohlnadel ein sehr dünner Kunststoffschlauch (Periduralkatheter) zwischen zwei Wirbel in den Periduralraum bis in die Nähe der Rückenmarkshaut (Dura mater) eingeführt. In diesem Periduralraum befinden sich die Nervenwurzeln der abgehenden Rückenmarksnerven, die es zu betäuben gilt. Die Hohlnadel wird wieder entfernt, der Periduralkatheter bleibt an dieser Stelle, über ihn wird dann das Lokalanästhetikum gegeben.

Das Betäubungsmittel wirkt nach etwa 15 Minuten.

Für länger dauernde Eingriffe und/oder eine anschließende Schmerzbehandlung können über diesen Periduralkatheter fortlaufend Medikamente gegeben werden.

Die sogenannte Spinalanästhesie ermöglicht schmerzfreie Eingriffe am Unterbauch, im Beckenbereich und an den Beinen. Bei einer Spinalanästhesie in Seitenlage ist es auch möglich, nur ein einzelnes Bein zu betäuben.

Nach einer örtlichen Betäubung führt der Anästhesist eine dünne Nadel in den Rücken ein, und zwar in einen Zwischenwirbelraum der unteren Lendenwirbelsäule. Im Unterschied zur Periduralanästhesie bleibt die Nadel nicht im Periduralraum (hier befinden sich die Nervenwurzeln) sondern dringt durch die Rückenmarkshaut (Dura Mater) in den Liquorraum ein. In diesen mit Nervenflüssigkeit gefüllten Raum der Lendenwirbelsäule spritzt der Anästhesist dann ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum).

Das Betäubungsmittel wirkt sehr schnell und hält in seiner Wirkung 3-4 Stunden an.

Um das Nervengeflecht an Arm und Bein im Gewebe zu finden, verwendet der Anästhesist einen sogenannten Nervenstimulator. Er wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Diese Impulse stimulieren die zu betäubenden Nerven und lösen so unwillkürliche Muskelzuckungen aus, die die richtige Lage der Injektionsnadel anzeigen.