Mehr als 20 Jahre führten Dr. Maria Sianidou und Eghart Bredow ihre Gemeinschaftspraxis in Borken. Nun geben der Gastroenterologe und die Allgemeinmedizinerin zum Jahresende ihre Tätigkeit auf.
Die gute Nachricht für die gastroenterologischen Patienten: Die Praxis geht ab Januar ins Medizinische
Versorgungszentrum (MVZ) des Hospitals zum Heiligen Geist in Fritzlar über. Die wohnortnahe Versorgung ist damit gesichert.
Im Interview erklären die beiden Mediziner ihre Entscheidung für die Praxisaufgabe. Zudem erläutert Dominik Zeiger, Geschäftsführer des Fritzlarer Hospitals, die Vorteile, die sich durch den Übergang ins MVZ des Fritzlarer Hospitals für die Patienten ergeben.
Frau Dr. Sianidou und Herr Bredow, zum Jahresende werden Sie ihre Gemeinschaftspraxis in Borken aufgeben. Warum haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?
Eghart Bredow: Die Überlegungen, die Praxis aufzugeben, gab es schon länger – auch, weil sich Rahmenbedingungen für niedergelassene Ärzte in den vergangenen Jahren stark verändert haben. Letztlich hat die Entscheidung aber auch mit meinem Alter zu tun. Mit 66 Jahren ist es Zeit, mich in den Ruhestand zu verabschieden.
Dr. Maria Sianidou: Ich liebe meinen Beruf sehr und bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir meine Patienten über all die Jahre entgegengebracht haben. Entsprechend schwer ist mir die Entscheidung gefallen. Doch Bürokratie und Dokumentationspflicht haben einen immer größeren Raum in meiner Arbeit eingenommen – eine Tatsache, die letztlich der Hauptgrund für die Aufgabe meiner Praxis ist.
Mit dem Übergang der Praxis ins MVZ des Fritzlarer Hospitals ist die wohnortnahe Versorgung von gastroenterologischen Patienten gesichert. Warum haben Sie sich für das MVZ als Nachfolger entschieden?
Eghart Bredow: Uns war es wichtig, einen vertrauensvollen Partner für die Praxisübernahme auszuwählen. In den vergangenen Jahrzehnten gab es viele Berührungspunkte mit dem Hospital zum Heiligen Geist-eine Kooperation, die wir stets als sehr angenehm empfunden haben. Ein weiterer Grund, aus dem wir uns für das MVZ entschieden haben, ist die gute Erreichbarkeit: Patienten aus Borken müssen auch zukünftig keine weiteren Wege auf sich nehmen.
Herr Zeiger, warum war es dem Hospital zum Heiligen Geist ein Anliegen, die Praxis zu übernehmen?
Dominik Zeiger: Wir haben großen Respekt vor dem, was Eghart Bredow und Dr. Maria Sianidou in Borken geschaffen haben. Wir möchten die gastroenterologische Praxis daher so gut wie möglich weiterführen. Wir freuen uns, dass das Praxisteam aus Borken voraussichtlich nahezu vollständig mit ins MVZ
wechselt. Die vertrauten medizinischen Fachangestellten bleiben so auch weiterhin Ansprechpartnerinnen für die langjährigen Patienten von Herrn Bredow. Gleichzeitig untermauern wir mit dem neuen gastroenterologischen Angebot im MVZ unseren Anspruch, uns als größter Gesundheitsdienstleister im Schwalm-Eder-Kreis stetig weiterzuentwickeln.
Welche generellen Vorteile hat die Versorgung im MVZ des Fritzlarer Hospitals für die Patienten?
Dominik Zeiger: Der größte Vorteil ist sicher die Versorgung aus einer Hand: An einem Standort erfolgen Diagnostik und ambulante Eingriffe – zum Beispiel Koloskopien, Gastroskopien oder Kapselendoskopien. Nicht selten können bei ambulanten Darm- und Magenspiegelungen bestimmte Befunde und Polypen aufgrund hoher Risiken jedoch nicht abgetragen werden. Hier würden dann erneute Untersuchungen in der Klinik erforderlich. Zukünftig kann diese ganzheitliche Versorgung an einem Standort erfolgen.
Ab Januar im MVZ des Hospitals zum Heiligen Geist
Mit der Übernahme der gastroenterologischen Praxis von Eghart Bredow baut das MVZ am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar sein medizinisches Angebot weiter aus. Ab Januar wird Jonas Heinl die Praxis leiten, in der alle gängigen ambulanten gastroenterologischen Untersuchungen und Operationen möglich sind. Eine Terminvereinbarung für die gastroenterologische Sprechstunde am MVZ ist ab sofort unter Tel.05622/997-möglich.
Text: HNA-Artikel vom 15.11.2025 von Pamela De Filippo