Die beiden Ärzte Herr Noufal und Herr Subayi stehen nebeneinander und halten eine Hüftprothese in der Hand

Hospital Fritzlar ist zertifiziertes Zentrum für Prothesen

Mehr als 500 Prothesen setzt das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar jedes Jahr ein. Dabei legen die Ärzte besonderen Wert auf die  Behandlungsqualität und die Einhaltung hoher Standards. Dafür wurde das Krankenhaus nun als Endoprothetikzentrum zertifiziert.

Bereits im Februar wurde das Fritzlarer Hospital auf seine Vorgehensweisen, Operationsabläufe, Indikationen und die postoperative Versorgung geprüft. Die mündliche Zusage für die Auszeichnung hatte das Hospital bereits damals erhalten, nun liegt auch das offizielle Zertifikat vor. Vor allem Knie- und Hüftprothesen werden in Fritzlar eingesetzt – auf diese Bereiche bezieht sich die Zertifizierung. Darüber hinauswerden jedoch auch Schulter-und Ellenbogenprothesen implantiert. Dabei werden nicht nur Prothesen neu eingesetzt, sondern auch bereits vorhandene ersetzt.

Die Ärzte Khaled Subayi und Ali Noufal messen den Erfolg des Zentrums jedoch nicht an der Zahl der Eingriffe, sondern an der Zufriedenheit der Patienten. „Es gibt nichts Schöneres, als die Lebensqualität eines Patienten zu verbessern“, sagt Noufal, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und einer der Hauptoperateure des Zentrums. Seit fast 30 Jahren arbeite er in diesem Bereich und habe sich stets darum bemüht, neue Techniken zu erlernen.

Dazu zählt auch die sogenannte AMIS-Technik für den Einsatz von Hüftprothesen. Anders als bei herkömmlichen Verfahren erfolgt der Zugang zum Hüftgelenk von vorn statt von der Seite. Seit April setzt  das Hospital diese Methode ein – nach Angaben der Ärzte mit deutlichen Vorteilen für die Patienten. Da die Muskulatur nicht durchtrennt wird und Nerven sowie Blutgefäße geschont werden, verlieren Patienten während des Eingriffs weniger Blut. Zudem fällt die Narbe kleiner aus und verheilt
in kürzerer Zeit. Insgesamt seien die Patienten mit dieser Methode schneller wieder auf den Beinen, so Noufal.

Die Auszeichnung als Endoprothetikzentrum bringe auch für die Patienten Vorteile, erklärt Khaled Subayi, Leiter des Zentrums. Jährlich werde von externen Prüfern kontrolliert, ob die Qualität der Behandlungen weiterhin den Anforderungen entspreche. Außerdem seien die Abläufe vor, während und nach der Operation standardisiert, was auch den Operateuren zusätzliche Sicherheit gebe. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Hospital biete zudem die Möglichkeit, die Patienten auch nach der Reha weiter zu begleiten.

Im Endoprothetikzentrum arbeiten vier Operateure. Bei jeder Prothesenoperation muss einer von ihnen anwesend sein und den Eingriff begleiten. Fast jeder Schritt der Operation werde mithilfe von Röntgenaufnahmen kontrolliert, erklärt Noufal. So könne das Risiko von Fehlimplantationen verringert werden, die zu einem vorzeitigen Verschleiß der Prothese führen könnten.

Text: HNA vom 16.07.2026 von Inga Michelbrink
Foto: Hospital Fritzlar

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